kolaraAus der Überzeugung heraus, dass Nahrungsmittel und Energie zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen zählen, engagiert sich die Arbeitsgruppe Globale Solidarität in Westafrika für die Förderung Erneuerbarer Energien und der Nutzung "sanfter" Technologien im Biolandbau.

Erneuerbare Energien bieten die Möglichkeit, Energie dezentral herzustellen und zu verbrauchen - ideal für netzunabhängige Lösungen. Sonnen- und Windenergie sind außerdem klimaneutral. Langfristiges Ziel ist daher die nachhaltige Stromversorgung zweier Modelldörfer in Kamerun.

Im landwirtschaftlichen Bereich kooperiert die Arbeitsgruppe Globale Solidarität mit Projekten zur Erprobung von Biokohle, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Ziel ist es, einen Beitrag zu Nahrungsmittelsicherheit vor allem in der Sahel-Region zu leisten und den vom Klimawandel bedrohten Kleinbauern dort eine Perspektive zu bieten.

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Die Arbeitsgruppe besteht seit 2006 unter dem Dach des Allgemeinbildung - Natur Mensch Technik. e.V. und arbeitet daran, langfristig organisatorisch und finanziell sich selbst tragende Projekte, zunächst in Kamerun, anzustoßen. Seit einigen Jahren kooperiert die Arbeitsgruppe mit dem Bremer Verein Ottilie Hoffmann. Die Grundsätze der Arbeitsgruppe sind:

  • Die Kooperation mit kamerunischen Projektpartnern auf Augenhöhe und das von einander Lernen;

  • Langfristiges, zuverlässiges Engagement, das über kurze Projektlaufzeiten hinaus geht;

  • Die Einbindung und Weiterentwicklung lokal vorhandener Strukturen Solidarischer Ökonomie, wie z.B. Genossenschaften und Spargemeinschaften;

  • Die Nutzung sanfter - also menschen- und umweltfreundlicher - Technologien;

  • Das Ziel, die Lebensqualität der Menschen zu fördern und die wirtschaftliche Lage in den Projektregionen zu verbessern.

Wir haben uns zunächst einen Kontakt im Norden Kameruns aufgebaut. Zusammen mit unserem Projektparnter CDE Saaré, einer NGO im extremen Norden Kameruns, haben wir in Kolara eine Bibliothek gebaut, die gleichzeitig auch als kulturelles Zentrum und als Ausbildungszentrum für junge Frauen zur Schneiderin fungiert. Eine Solaranlage mit Batterie sorgt dafür, dass auch nach Dämmerungseinbruch, der in den Tropen bereits um 18h beginnt, noch gelernt werden kann.

Im April 2014 wfondjomekwetar unser Mitglied Laura Schnee zuletzt zu Besuch bei unserem Projektpartner GIC Sondason im Westen Kameruns. Die GIC Sondason ist eine BäuerInnen-Genossenschaft, zu deren wichtigsten Exportprodukten zwar Bio-Kaffee und Trockenfrüchte gehören, die sich aber auch für die lokale Vermarktung von Bio-Lebensmitteln aus dem Westen Kameruns bei Bafoussam einsetzt. In den Bergen im Westen Kameruns werden auf fruchtbaren Vulkanböden viele Lebensmitteln erzeugt, sodass die größte Herausforderung in der regionalen Vermarktung der Agrarerzeugnisse besteht, gerade in der Regenzeit – bei starkem Überangebot und schlammigen Pisten – für die KleinbäuerInnen eine fast unmögliche Aufgabe. Die GIC Sondason übernimmt nicht nur die Vermarktung der wertvollen Bio-Lebensmittel, sondern bietet auch Weiterbildung im Bereich Bio-Landwirtschaft und Bodenfruchtbarkeit für die Mitglieder an. Die KleinbäuerInnen sind in ihrer täglichen körperlichen Arbeit, die die Arbeit auf dem Feld und den oft langen Weg dorthin mit einschließt, auf ihre Gesundheit unmittelbar angewiesen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der dezentralen Bereitstellung von medizinischen Dienstleistung, insbesondere zur Gesundheitsvorsorge, die auch die Bereitstellung von Medikamenten und die Verabreichung von Impfungen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten beinhaltet. Eine adäquate moderne Gesundheitsvorsorge ist ohne zuverlässige Stromversorgung nicht mehr vorstellbar.

Aus diesem Grund arbeiten wir aktuell mit unseren Projektpartnern GIC Sondason, Utamtsi und dem Bremer Verein Ottilie Hoffmann an der Realisierung einer Solaranlage auf dem Dach der Krankenstation im Dorf Fondjomekwet, in dem die meisten Mitglieder der GIC Sondason leben und arbeiten. Die Solaranlage soll nicht nur den Betrieb von Kühlschränken, Computern und Sterilisationsgeräten sicherstellen, sondern auch die Bevölkerung in Kontakt mit sanften Technologien wie der Photovoltaik bringen. Darüber hinaus ist eine Versorgung über sogenannte „Inselsysteme“ (Solaranlage ohne Netzanschluss) oft zuverlässiger als über den lokalen Stromversorger, da der Strom oft ausfällt und Frequenz- und Spannungsschwankungen den Betrieb bestimmter Geräte stark beeinträchtigen. Laura Schnee hat gemeinsam mit dem Projektpartner den lokalen Strombedarf ermittelt und sich vor Ort von dem hohen Niveau des lokalen Fachpersonals im Bereich Photovoltaik und Erneuerbare Energien überzeugt.

Kontakt: Laura Schnee (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)